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Die Wegfahrsperre beim KFZ
Eine Wegfahrsperre verhindert die Inbetriebnahme eines Kraftfahrzeugs, sie kann durch den Halter selbst freiwillig oder durch eine Behörde (für den Halter unfreiwillig) eingesetzt werden. Innerhalb der Kfz-Versicherung bedingt sie die Höhe einer Versicherungsprämie und gegebenenfalls auch den Umfang der Schadensregulierung, je nachdem, ob sie im Falle eines Diebstahls aktiviert war oder nicht.
Arten von Wegfahrsperren
Es gibt sehr effektive mechanische Wegfahrsperren und elektronische Wegfahrsperren, beide Arten können nach unterschiedlichen Funktionsprinzipien einen mehr oder minder tiefgehenden Schutz gewährleisten.
Die Lenkradkralle
Der Klassiker unter den mechanischen Sperren ist die Lenkradkralle, die mit einem Schloss am Lenkrad befestigt wird und dessen Drehbewegung verhindert. Auch die Spreizung eines Stahlstabes zwischen Lenkrad und einem der Pedale ist möglich, was einen relativ sicheren Doppelschutz gewährleistet, weil das Pedal auch nicht mehr bewegt werden kann. Diese Methode ist zwar aufwendig, gilt aber nach wie vor als relativ sicher, weil der Aufwand zur Überwindung dieser Wegfahrsperre relativ hoch ist und Fahrzeugdiebe die Sicherung von vornherein sehen und sich leichtere Beute suchen.
Die Gangschaltungssperre
Bei einer Gangschaltungssperre wird der Schalthebel mechanisch arretiert, was auch mit einer Automatikschaltung in Stellung P möglich ist. All diese Methoden hängen freilich von der Stabilität der verwendeten Schlösser ab. Auch Radkrallen oder Radklammern stellen sehr wirksame Wegfahrsperren dar, sie werden allerdings selten von Kraftfahrern, dagegen häufig von Behörden eingesetzt, um ein Fahrzeug am Wegfahren zu hindern. Das geschieht in der Regel, wenn Strafzettel oder Kfz-Steuern nicht bezahlt wurden.
Der Ventilwächter
Ein weiteres Mittel von Behörden ist der Ventilwächter, der auf mindestens ein Ventil aufgesetzt wird und die Luft dieses Reifens nach wenigen Hundert Meter Fahrt zum Entweichen bringt. Dieses Mittel ist allerdings stark umstritten, es kann durch Langsamfahren und/oder Radwechsel überwunden werden und auch zu Verkehrsgefährdungen führen.
Die elektronische Wegfahrsperre
Elektronische Wegfahrsperren sind seit 1998 in Neufahrzeugen gesetzlich vorgeschrieben, sie werden nach Abschalten der Zündung aktiviert und bei der Wiederinbetriebnahme durch RFID- oder neuerdings NFC-Chip deaktiviert, auch galvanische Kontakte oder PINs kommen zum Einsatz. Es wurden in Wegfahrsperren der ersten elektronischen Generation mindestens Zündung, Treibstoffzufuhr und Anlasser unterbrochen, bei Geräten seit Mitte der 1990er Jahre kommuniziert die Wegfahrsperre auf verschlüsseltem Weg mit dem Motorsteuergerät. Die Verschlüsselung findet zwischen dem Schlüssel und Wegfahrsperre sowie zwischen Wegfahrsperre und Motorsteuerung statt.
Rechtliche und versicherungstechnische Aspekte
Es ist strafbar, vorsätzlich Equipment zur Überwindung von Wegfahrsperren bei sich zu führen, obgleich dieses immer wieder angeboten wird. Die strafrechtlichen Vorschriften ergeben sich nicht nur aus dem Strafgesetzbuch (§ 263a StGB), sondern auch aus dem § 17 UWG (unlauterer Wettbewerb), weil die Systeme als Geschäftsgeheimnisse deklariert sind.
Versicherer fordern Wegfahrsperren schon länger und reduzieren Regulierungssummen im Schadensfall, wenn die Sperre nachgewiesenermaßen nicht in Betrieb war. Auch werden die Prämien für Altfahrzeuge (Zulassung vor 1998) ohne die Sperre teurer. Inwieweit die Prämien beeinflusst werden, ist bei den Versicherern verschieden geregelt, in jedem Fall wird beim Abschluss einer Police nach dem Vorhandensein der Sperre gefragt. Von Versicherungen werden nur elektronische Wegfahrsperren anerkannt, der TÜV Südwest gibt eine Liste mit den anerkannten Modellen heraus.
Aufrüstung bei Wegfahrsperren
Die Diebe rüsten auf, um die Sperren zu überwinden, die Autohersteller entwickeln entsprechende höher gerüstete Systeme. Diese greifen immer tiefer und immer mehr verschlüsselt in die Fahrzeugelektronik ein, auch kommen GPS-Systeme zur Ortung gestohlener Fahrzeuge zum Einsatz. Diese sind so unauffällig angebracht, dass sie keinesfalls schneller zu überwinden sind, als die Polizei in der Regel vor Ort ist. Moderne Chips in den Schlüsseln arbeiten mit Algorithmen zur Identifizierung, die kaum noch zu knacken sind, die Sicherheit bewegt sich in Richtung der PIN-Sicherheit von Bankkonten.
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