Der MC Sachsenberg e.V. im ADAC

Der MC Sachsenberg e.V. ist ein Verein, der wie kaum ein anderer für die Begeisterung am Motorsport steht. Seine Wurzeln reichen bis ins Jahr 1979 zurück, als eine Gruppe motorsportbegeisterter Enthusiasten in der kleinen Kneipe „Zur Haasenklause“ die Idee zur Vereinsgründung ins Leben rief. Unter ihnen war Karl-Heinz „Jimmy“ Dege, ein Kfz-Mechaniker, der bereits 1977 sein erstes Cross-Auto baute und in seinem ersten Rennen in Eppe direkt den ersten Platz belegte. Mit diesem Erfolg entfachte er eine Motorsportbegeisterung, die ganz Sachsenberg in ihren Bann zog.

Die ersten Rennen und die Vereinsgründung des MC Sachsenberg

Am 4. und 5. Oktober 1980 wurde das erste Autocross-Rennen in Sachsenberg veranstaltet. Damals waren die Kosten für den Motorsport noch überschaubar, sodass bereits in den ersten Jahren viele Sachsenberger ihre eigenen Fahrzeuge bauten. Auch Frauen entdeckten die Faszination dieses Sports und nahmen aktiv an den Rennen teil.

Am 27. August 1981 folgte die offizielle Eintragung des Vereins als MC Sachsenberg e.V. in das Vereinsregister. Schnell wuchs die Mitgliederzahl über 100 hinaus. Aufgrund des großen Interesses an den Rennen fand sich am ursprünglichen Austragungsort bald keine geeignete Strecke mehr. So zog der Verein zwischen 1982 und 1985 nach Dainrode um, wo die Autocross-Veranstaltungen weiterhin mit großem Erfolg stattfanden.

Das legendäre Nachtrennen – „Nacht der langen Messer“

In dieser Zeit entstand auch eine der außergewöhnlichsten Veranstaltungen des Vereins: das legendäre Nachtrennen. Eine Stunde lang kämpfen die Fahrer auf einer nicht beleuchteten Rennstrecke durch die Dunkelheit – eine extreme Herausforderung für Mensch und Maschine. Dieses spektakuläre Event wurde häufig kopiert, aber nirgendwo mit so großer Begeisterung angenommen wie in Sachsenberg. In Fachkreisen ist es unter dem Namen „Nacht der langen Messer” bekannt und hat sich deutschlandweit einen Namen gemacht.

Die Entwicklung des Vereins und neue Herausforderungen

1986 fand der MC Sachsenberg wieder eine geeignete Rennstrecke vor Ort und kehrte mit seinen Veranstaltungen nach Sachsenberg zurück. Doch in den 1990er-Jahren setzte eine starke Kostensteigerung im Autocross-Sport ein, die viele Fahrer zum Aufhören zwang. Um weiterhin attraktive Rennen mit vielen Teilnehmern bieten zu können, öffnete sich der Verein für Fahrer aus dem gesamten Bundesgebiet. 1993 trat der MC Sachsenberg dem Westdeutschen Autocross Verband e.V. (WACV) bei, um weiterhin wettbewerbsfähige Veranstaltungen ausrichten zu können.

Seit dem Jahr 2000 finden die Rennen im Steinbruch am Daumberg auf der festen Rennstrecke „Rotmotodrom” statt. Durch regelmäßige Anpassungen und Verbesserungen der Strecke werden optimale Bedingungen für Fahrer und Zuschauer geschaffen. Die gesamte Rennstrecke ist einsehbar, sodass das Publikum das Geschehen hautnah verfolgen kann. Die Durchführung dieser Veranstaltungen wäre ohne die unermüdliche Unterstützung der Mitglieder und Helfer nicht möglich. Sie verwandeln den abgelegenen Steinbruch jedes Jahr aufs Neue in eine aufregende Motorsportarena.

Jugendförderung – Die Zukunft des Autocross-Sports

Ein besonderes Anliegen des Vereins ist die Nachwuchsförderung. 2001 wurde die Jugendabteilung gegründet, um jungen Fahrern den Einstieg in den Motorsport zu ermöglichen. Dazu wurde ein Cross-Kart angeschafft, mit dem Jugendliche erste Rennerfahrungen sammeln konnten. Seit 2002 wird einmal jährlich ein Jugendlehrgang angeboten, in dem theoretische und praktische Grundkenntnisse vermittelt werden.

Der große Erfolg der Jugendabteilung führte dazu, dass 2005 ein weiteres Cross-Kart angeschafft wurde. Bis 2009 stellte der Verein zudem ein Jugendauto für Fahrer im Alter von 14 bis 18 Jahren zur Verfügung. Einige Nachwuchsfahrer begannen sogar, eigene Fahrzeuge zu bauen, sodass das Vereinsauto nicht mehr benötigt wurde.

2013 wurde ein drittes Cross-Kart angemietet, da die Teilnehmerzahlen weiter stiegen. Ein Jahr später kaufte der Verein ein weiteres eigenes Kart, um den steigenden Bedarf abzudecken.

Neue Kooperationen und Meilensteine

2007 trat der MC Sachsenberg dem Deutschen Rallye Cross Verband (DRCV) bei, wodurch die Autocross-Veranstaltungen als Doppelveranstaltungen mit dem WACV und dem DRCV durchgeführt wurden. Weitere Kooperationen folgten: 2013 kam der Weserbergland Autocross (WBAC) hinzu, der sich 2017 mit dem WACV zusammenschloss.

Ein großer Erfolg gelang 2019, als der MC Sachsenberg das erste Rennen zur Deutschen Meisterschaft gemeinsam mit dem WACV veranstaltete. Nach der durch die Corona-Pandemie bedingten Zwangspause konnte 2022 wieder durchgestartet werden – mit Rennen im Clubsport, der DM und dem DRCV.

Der MC Sachsenberg heute

Heute hat der Verein zahlreiche Mitglieder und Helfer aus ganz Deutschland und den Niederlanden. Der MC Sachsenberg ist aus dem Vereinsleben der Region nicht mehr wegzudenken. Neben den Motorsportveranstaltungen engagiert sich der Verein auch in der Organisation und Unterstützung lokaler Feste wie dem Pfingstmarkt, Altstadtmarkt oder Weihnachtsmarkt. Ein besonderes Zeichen der Gemeinschaft ist der Helferaustausch mit dem Karnevalsverein in Münden.

Betätigungsfelder des MC Sachsenberg e.V. im ADAC

Neben der Leidenschaft für den Motorsport engagiert sich der MC Sachsenberg in weiteren Bereichen:

  • Motorsport
  • Automobil/Kart: Autocross
  • Verkehr
  • Sonstige Aktionen im Bereich Verkehrssicherheit

Fazit

Seit über vier Jahrzehnten steht der MC Sachsenberg e.V. im ADAC für leidenschaftlichen Motorsport, Gemeinschaft und Tradition. Durch die kontinuierliche Entwicklung der Rennstrecke, die Förderung des Nachwuchses und die Ausrichtung hochkarätiger Rennen hat sich der Verein einen festen Platz in der deutschen Autocross-Szene gesichert. Mit der Unterstützung seiner Mitglieder und Helfer wird der MC Sachsenberg auch in Zukunft den Motorsport in der Region weiter vorantreiben.